New Zealand in a box – Bereisenswertes aus der Froschperspektive


“Ich kam, weiß nicht woher, ich bin und weiß nicht wer,
ich leb, weiß nicht wie lang, ich sterb und weiß nicht wann,
ich fahr, weiß nicht wohin, micht wundert`s, daß ich so fröhlich bin.”

(Volksspruch um 1500)

Was von alledem, das wir sahen und erlebten ist eine Reise wert? Eine gute Frage und doch so subjektiv zu beantworten. Wer Menschenmassen lieber entflieht, die Stille bevorzugt, Genuß inmitten der Natur findet, nicht den Adrenalinkick sucht und wer nicht täglich (oder wöchentlich ;-)) eine Dusche braucht, sondern gut mit einfacher Ausstattung leben kann, für diejenige/denjenigen können die folgenden Best-Of-Tipps bestimmt sein:

Nordinsel

Coromandel Peninsula Dort haben wir unser Retreat im Bush und viel Zeit mit Marianne verbracht, die im Süden der Halbinsel wohnt. Die Halbinsel ist per Straße oder Fähre in ca. 2h von Auckland aus zu erreichen. Sie ist auch als Urlaubsregion der Aucklander bekannt. Viele Künstler und alternative Menschen bereichern die Gegend, und die Natur ist einzigartig: Bush, Pflanzenwelt, dabei von 3 Seiten Meer. Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen und Stränden sowie einen Reichtum an spirituellen Orten und Retreat Zentren.

Cape Reinga Der nördlichste Punkt der Nordinsel. Ein weiter Weg, der sich jedoch lohnt. Schon die Fahrt dorthin ist besonders, da die Straße hinauf zur Spitze zu beiden Seiten von Meer umgeben ist und durch Dünen als auch Berge führt, was eine besondere Perspektive auf die Weite des Meeres ermöglicht. Wir haben an einem Strand für schmales Geld auf einem sog. DOC Platz gecampt. Das ist ein Platz, der für Camper freigegeben ist, jedoch keine oder nur sehr eingeschränkt sanitäre Anlagen bereitstellt. Oftmals sind diese Plätze diejenigen, die mitten in der Natur sind. So auch dieser! In der Tapotupotu Camping Area hatten wir 2 wunderschöne Tage am Strand, waren baden im Meer und haben eine traumhafte Wanderung direkt vom Camp über die Berge, durchs Wasser mit unglaublicher Aussicht zum Leuchtturm des Cape Reinga und zurück unternommen. Die Gegend ist den Maoris heilig, nicht nur als ein Ort der Bestattung.

Mangawhai / Langs Beach Hier wird gesurft, was das Zeug hält. Fein anzuschauen. Dazu gibt es weite Strände und wunderschöne Wanderungen, die z.T. über Hügelketten führen und eine traumhafte Aussicht bieten.

Snells Beach Ort unseres ersten Camps auf einem DOC-Parkplatz direkt am Strand. Weite, Muscheln, Pohutukawa-Bäume ohne Ende, freundliche Anwohner*innen.

Auckland größte Stadt in NZ und damit eigentlich nicht unter menschenleer und Natur zu verbuchen. Wir haben hier einen Monat in einer Wohnung nahe des Hafens verbracht und es dauerte tatsächlich eine Woche, um sich wieder an das Stadtleben zu gewöhnen. Dennoch: am Hafen sein, sich in einen der Liegesessel legen, Weite und Meer genießen und Kreuzfahrtschiffe ankommen und abfahren sehen, das war klasse. Ebenso zu empfehlen: Der Albert Park – ein Stadtpark unweit der Fußgängerzone (Queen Street). Unglaublich vielfältige Baum- und Pflanzenwelt, sehr gepflegt und ruhig. Genug Bänke zum Sitzen. Dazu: Das typisch neuseeländische Ritual des Rasenmähens wird – wie überall hier – konsequent ausgeführt. Daher weist der Park eine sehr gepflegte Rasenfläche auf, wo ich des Öfteren nach dem morgendlichen Joggen unter Palmen lag und Sonja während ihres Sprachunterrichts die Mittagspausen verbracht hat. Auch fein: Spazieren nach Mission Bay vom Hafen aus, immer entlang des Meeres.

Tirau künstlerisch gestaltetes Örtchen mit wundervollen Überraschungen. Sei es das öffentliche WC, das Visitor Centre oder Cafés und Restaurants. Hingucken lohnt sich!

Napier Eine kleine Stadt am Meer, Sommer-Urlaubsort, hübsche, kleine Häuser im viktorianischen Stil, laaaaange Spazierwege am Meer entlang. Öffentliche Dusche mit der lustigsten Kiwi-Kassier-Lady, wo jibt!

von Wanganui nach Tongariro National Park waren wir auf kleinen Bergstraßen unterwegs und haben stundenlang keinen Menschen gesehen, außerdem weit und breit kaum Autos. Von saftigem Grün bedeckte Hügelketten umsäumten die kleine Straße. Einzig wurden Unmengen von Schafen fern und nah als Reisegefährten aufgefunden 🙂 An einem seeehr besonderen Friedhof machten wir Halt. Inmitten einer Wiese, auf der Schafe grasten, befand sich ein kleines Areal, umrahmt von einem hübschen Holzzaun. Der Zugang war lediglich über ein paar Stufen über den Zaun durch ein Rosen behangenes Tor hinweg möglich. Wunderschöne Grabsteine und künstlerisch verzierte, sehr unterschiedliche Grabgestaltungen zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Einmalig!

Tongariro National Park Uns wurde von Freunden die Wanderung “Tongariro Alpine Crossing” sehr nahegelegt, die wir jedoch aus Wetter-, Zeit-, und Prioritätsgründen nicht durchgeführt haben. Vielerorts hörte ich, dass diese eh überlaufen sei und nicht wirklich empfehlenswert. Wer hat nun recht?! Einfach probieren, würde ich sagen. Wir heben uns das für ein nächstes Mal auf. Ob nun Wanderung oder nicht, der National Park besteht aus einer Vulkanlandschaft und ist daher nochmal sehr anders als die anderen National Parks. Unglaublich schönes Gestein, vulkanische Pflanzenwelt, schneebedeckte Berge (Ex-oder Noch-Vulkane). Wir haben Heiligabend hier im Camper inmitten des National Parks mit Linsen-Wraps und USB-Tannenbaum verbracht. Herrlich!

Wellington, auch Windy Welly, Hauptstadt des Kiwi Landes, jedoch weniger Einwohner*innen als Auckland. Mit einer Population von 208.000 ist Wellington menschenmässig sogar kleiner als Potsdam. Das ist spürbar und angenehm. Spürbar ist oftmals auch viel Wind in Windy Welli. Hier kommen wir in Sachen STADT der Ruhe etwas näher als in Auckland. Jedoch bleibt Stadt Stadt und somit gilt auch hier, die Schönheit inmitten des Trubels zu finden. Und die gibt es! Da Wellington DIE Stadt ist, von der die Fähren Richtung Südinsel ab- und anlegen, waren wir bereits 2x hier. Um morgens rechtzeitig am Anleger zu sein, haben wir jeweils die Nacht vorher in und um Wellington verbracht. So hatten wir die Chance einfach mal zu Fuß die Berge rauf- und runter zu laufen. Schöne, kleine Holzhäuschen im Kiwi-Stil sind zu finden, ebenso Parkanlagen. Im Wald rund um den bekannten Hausberg Mt. Victoria gibt es einige Plätze , an denen Teile von “Herr der Ringe” entstanden sind. Schließlich war ich zum Ende unseres Aufenthaltes nochmal neun Tage in Wellington, da dort ein buddhistisches Festival stattfand. So hatte ich auch die Gelegenheit, mit einer neuen Perspektive und mehr Zeit auf die Stadt zu schauen. Neu erkundet: Entlang des Hafens lässt es sich wunderbar und lange entlangspazieren. Es gibt Bänke, Cafés, Restaurants und vor allem VIEL Meer. Nur unweit entfernt ist die kleine Innenstadt gelegen, die auch die CUBA Street, die Fußgängerzone umfasst, wo sich internationale Restaurants und Cafés angesiedelt haben.

Südinsel

Blenheim Kleinstadt in der Malborough-Region, unweit des Ortes Picton, wo die Fähre aus Wellington an- und ablegt. Hier waren wir 2x und haben uns sehr wohlgefühlt. Kleine Lädchen säumen die Straßen. Etwas außerhalb befindet sich der Mt. Hook, eine Hügelkette, die zum Wandern einlädt und einen traumhaften Blick auf die Weingüter und das Meer bereithält. Nur wenige Minuten entfernt befindet sich DAS Naturparadies, ein kleines Naturreservat mit schwarzen Schwänen inmitten einer kraftvolle Stille. Außerdem: The sunniest place in NZ!!

Havelock Kleiner Ort mit einem tollen Café namens “Apples for Charlotte” sowie weiteren Cafés und Restaurants, die ebenso wie das Toilettenhäuschen, bunt und liebevoll gestaltet sind. Kaffee und (Yesterday-) Scone sind es wert, bestellt zu werden.

Abel Tasman National Park Der kleinste National Park Neuseelands und unweit der Nordspitze der Südinsel gelegen. Der Weg dorthin führt an Obstplantagen (Avocados, Beeren, Pfirsiche, Äpfel…) und Weingütern vorbei hinauf in den Regenwald (Bush). Der tollste Campingplatz NZ, THE BARN, hat uns direkt im National Park schwer überrascht. Alle Gebäude sehr natürlich aus Holz gebaut und offen gestaltet, es gibt Jurten zum Übernachten sowie kleine Cabins, dazu ein tolles Areal für (uns) Camper, inkl. Familienbereich mit Trampolin. Ausblick: auf die Bucht. Grandios! Hier haben wir gute 2 Tage verbracht und sind direkt vom Campingplatz in schönster Natur gewandert. Entlang des Meeres, durch Regenwald und an hübschen Pflanzen vorbei. Baden am Sandstrand sehr empfohlen.

Pancake Rocks Zwar sehr touristisch eingebettet mit Infohäuschen, Café etc., sodass gern auch Reisebusse anhalten. Ein Stopp jedoch lohnt sich. Die Felsformationen im Meer bilden die Form übereinandergestapelter Pfannkuchen, daher der Name. Vom Department of Conservation (DOC) liebevoll angelegt führt ein Weg auf Holzbohlen entlang der Rocks und inmitten durch den Bush.

Regenwald (Bush) entlang der Straße zwischen Pancake Rocks und Kakapotahi Nicht nur an dieser Straße, jedoch hier besonders schön, sind so einige Bushwalks angelegt, die einen Einblick sowie Information über Bäume, Pflanzen, Gräser, Blumen und Tiere geben. Geruch: einzigartig, Überraschungen: garantiert, Geräusche: Stille sowie Tier- und Pflanzenwelt, hin und wieder kann man auch Wasserfällen, Bachläufen und anderen Naturschönheiten begegnen.

Aoraki / Mt. Cook National Park Der Ort “Franz Josef” (Ja, der heißt wirklich sooooo), der am Fuße des Franz Josef Glaciers (Gletschers) liegt, ist einfach nur gruselig. Leider hatten wir auch noch Unmengen von Regen dort, was den Ort nicht gerade schöner machte. Auch der ungemütlichste und ekligste Campingplatz (dazu noch teuer!!) ist in diesem Ort zu finden. Wer Action sucht und viel Geld investieren möchte, ist hier richtig, denn hier reiht sich eine Firma für Helikopterflüge über die Alpen an die andere. Ausnahmen gibt es: So etwas wie Bungee Jumping Offerten oder Wandertreks 😉 Was aber wunderschön ist, sind die neuseeländischen Alpen um den Ort herum und in dem umgebenden Nationalpark. Der höchste Berg NZ (3.750m) ist hier zu finden. Ein Traum, wenn die Sonne scheint (das tat sie freundlicherweise am Morgen nach dem strömenden Regen).

Lake Hawea / Lake Wanaka Zwei groooße Seen umrahmt von Bergen und Wald. Fjordähnlich mutet die Landschaft hinter mancher Kurve an, hinter einer anderen gibt die Weite den Blick auf den dahinterliegenden Aspiring National Park frei.

Fjordland – Doubtful Sound Für Norwegenkenner*innen und/oder Liebende sind die Fjorde in NZ womöglich nicht (mehr) sooo beeindruckend, da die norwegischen (zumindest meiner Ansicht nach) weitaus tiefer und die umgebenden Berge höher und rauer sind. All dies hält aber nicht davon ab, innezuhalten und diesen Naturschatz zu bewundern. Wir haben uns bewusst gegen einen Besuch des berühmten Milford Sound entschieden, der wohl einen der Haupt-Anlaufpunkte aller Touristen darstellt, was mir sehr nach “Überlaufen” klingt. Jedenfalls wollten wir dem Mega-Trubel aus dem Weg gehen und haben daher den etwas weniger besuchten, jedoch längeren und womöglich ebenso schönen Doubtful Sound besucht. Mit dem Schiff ging es in der Früh von Manapouri aus 1h über den Manapouri Lake in die Fjordlandschaft. Von dort per Bus steile Berge rauf und runter bis zu einem Bootsanleger im Fjord. Dann machten wir eine 3-stündige Fjordschiffahrt im schönsten Sonnenschein, bevor es per Bus und Schiff zurück ging. Toll war’s.

Die Catlins Eher unscheinbar ganz im Süden östlich von Invercargill gelegen, erstecken sich die Catlins, eine satt-grüne Natur- und Hügellandschaft, bis zum Nugget Point und darüber hinaus. Da hier keine der größeren Landstraßen entlangführt, die Gegend sehr dünn besiedelt ist und es kaum bis keine mobile Datenverbindung gibt, ist hier wirklich Natur und Ruhe angesagt. Viel Grün, viel Regenwald, viel Meer, kleine, niedliche Ortschaften, freundliche Menschen.

Nugget Point In den Catlins gelegen ertönt bereits ein großes Staunen kurz nach der Abzweigung von Owaka auf eine kleine Küstenstraße. Strahlend türkisblaues Meer und hübsche Ortschaften mit kreativer Haus- und Zaungestaltung in schillernden Farben erwarten uns. Sogar ein kleiner Rastplatz (der SCHÖNSTE je!) in einer Kurve direkt am Meer die Küste hinauf wurde mit liebevollen Details verziert und lud uns zum Ausruhen ein. Vom Parkplatz aus geht es leicht bergauf, rechterhand an verschiedensten Bäumen und Pflanzen vorbei und linkerhand steil abfallend das Meer, von dem das Fiepen der Pelzrobben ertönt. Der Nugget Point ist eine Ansammlung kleiner Felsformationen, die wie kleine Goldstückchen aus dem Meer empor ragen. Ein paar Reisende in gelb-orangenen Kanus sind mit ihrem Guide in Tiefe und Ferne auszumachen. Sie bilden kleine Farbtupfer inmitten der Weite des Meeres.

Kaikoura Eigentlicher Ausgangsort für Whale Watching und andere Tierbeobachtungen. Dies hat uns jedoch nicht gereizt, wir wollten Landschaft und Ort erkunden. Die vorgelagerte Halbinsel mit dem Point Kean Viewpoint hat uns angezogen, sodass wir von dort eine Wanderung starteten. Nicht ohne vorher die hübschen und großen Pelzrobben zu bestaunen, die gemütlich eingerollt am nahegelegenen Steinstrand und sogar im Gras des Parkplatzes schliefen. Den Berg hinauf hatten wir eine großartige Aussicht über die Hügellandschaft und die Weite des Meeres. Ein gut präparierter Weg führte uns durch eine Dünenlandschaft – linkerhand die steil abfallenden Klippen und das Meer, rechterhand die Aussicht über die weite Landschaft und die kleine Stadt Kaikoura. Über Wiesen und am Hafen vorbei kamen wir schließlich in den hübschen Ort, wo wir uns ein super leckeres Eis gönnten.

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2 Kommentare

  1. Soooo viel blaues Meer und blauer Himmel- herrlich anzuschauen, wie gemalt! Zieht euch warm an fürs winterliche Berlin. Aber auch hier wirkt das Winterlicht gerade besonders hell, wenn die Sonne rauskommt! Habt einen sicheren Rückflug und kommt gut an! Bis bald…

    1. Lieben Dank! Jaaa, schon ein tolles Naturschauspiel. Und Deutschland ist auch schön 🙂 Toll, dass Ihr dem Winter etwas abgewinnen könnt. Bis ganz bald zum Wiedersehen, Ihr treuen Leser*innen

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