Auszeit mit Meditation und Natur pur im Regenwald

„Waking up this morning, I see the blue sky. I join my hands in thanks for the many wonders of life; for having twenty-four brand new hours before me. The sun is rising. The forest becomes my awareness bathed in sunshine.”

(Thich Nhat Hanh)

Irgendwie genau richtig und wichtig, dass wir den Wunsch hatten, einen Monat mal komplett zur Ruhe zu kommen und die Bremse zu ziehen. Nach dem 4-wöchigen Trekking mit allerhand körperlichen und geistigen Herausforderungen in Nepal und Tibet, dem lauten und verrückten Kathmandu in Nepal, sind wir schließlich in Auckland in Neuseeland gelandet.

Der Abflug in Kathmandu war noch speziell. Fast hätten wir unseren Flug verpasst! Leider gibt es kaum Anzeigetafeln und wenn, dann nicht zu allen Flügen und nicht immer aktuell. Somit mussten wir immer mal wieder an allen Gates gucken, ob unser Flieger angeschlagen war. Kurz vor knapp wurde uns klar, dass wir uns nochmal durchfragen müssen und kamen schließlich genau richtig zum Einsteigen ans Gate 🙂

Schuld war sicher nicht die nepalesische Frauen-Fußballnationalmannschaft, deren Spielerinnen in ihren roten, modernen Trainingsanzügen zwar sehr auffällig waren, jedoch nicht als Fußballerinnen erkennbar. Auf der Toilette begegnete ich 2 von ihnen und fragte sie gerade heraus, ob sie der Fußballnationalmannschaft angehören. Scheinbar zeigte mein Blick gleichermaßen Überraschung und Bewunderung. Die 2 waren sichtlich gerührt, dass ich – offensichtlich aus einem weit entfernten Land – mich für sie in dieser Sportart interessiere. Sie erzählten, sie seien auf dem Weg nach China zu 2 Qualifikationsspielen für die Olympischen Spiele und würden danach nach Bhutan fliegen zu weiteren Spielen.Wow! Das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass Nepal im Frauenfußball mitmischt. Toll!

Nachdem wir dann doch unseren Flieger bekommen haben, waren wir insgesamt 34 Std. von Kathmandu über Qatar und dort mit einigen Stunden Aufenthalt nach Auckland unterwegs. Dort nahmen wir 2 Busse, die uns schließlich innerhalb von 2 Stunden nach Thames brachten. Die Kleinstadt bildet das Tor zu Coromandel, einer beliebten Urlaubsregion der Neuseeländer, die vom Ozean auf der einen Seite und der Bucht von Thames auf der anderen Seite umgeben ist. Wir waren um 5 Uhr morgens gelandet und fühlten uns sehr müde, genossen aber den lauen Sommermorgen und die gute Laune des Busfahrers von Manukau nach Thames. Dieser war natürlich bereits auf dem Münchner Oktoberfest gewesen – das erste, was ihm zu Deutschland einfiel. Nachdem ich äußerte, dass ich dort noch nie war und es auch nicht unbedingt vorhabe, lachte er und sagte, ich solle es unbedingt mal machen. Kaum in den Bus eingestiegen pflichtete ihm eine Frau in der ersten Reihe bei. Ich solle dort unbedingt mal hin, sie sei auch bereits dort gewesen. OK. Ich war sprachlos. Alle Neuseeländer scheinen in Deutschland und zwar auf dem Oktoberfest gewesen zu sein. Ist ja auch echt um die Ecke. Nur ich war noch nicht da. Und warum München? Und nicht Berlin? Sehr komisch, die Kiwis … 😉

In  Thames holte uns freundlicherweise eine Bekannte aus der buddhistischen Gemeinschaft Triratna ab, die Sonja bereits bei ihrem Volunteering im Sommer im buddhistischen Zentrum Adhisthana in England kennengelernt hatte. Padmadasi ist nach vielen Jahren in Neuseeland gerade wieder nach England gezogen, um sich um ihre Eltern zu kümmern. Jedoch ist sie 2 Tage vor uns wieder zurück nach Neuseeland gekommen, um ihren Campervan (also ihren bisherigen Wohnsitz) und das dazugehörige Grundstück zu verkaufen. Padmadasi hatte also einiges zu tun und daher eine Freundin gefragt, ob wir bei ihr eine Nacht unterkommen können.

Ein Geschenk für Padmadasi

Gesagt, getan. So lernten wir Marianne kennen, eine Deutsche, die mittlerweile aber mehr Kiwi ist, da sie schon 30 Jahre in Neuseeland lebt. Ganz herzlich nahm sie uns bei sich auf, obwohl sie uns nie zuvor gesehen oder von uns gehört hatte. Sie gab uns zu essen und fuhr uns mit ihrem Auto, um uns Dorf und Umgebung zu zeigen und uns Orientierung zu geben.

Dann marschierten wir zu Fuß mit Tüten bepackt zum Waschsalon, um unsere Wäsche zu waschen, was in Nepal eher schwierig ist aufgrund nicht vorhandener oder veralteter Technik. Oft wird die Wäsche dort auch noch per Hand gewaschen. Ein wirklich cooler Ort, die Laundrette in Thames. Die Tür allzeit offen, man begegnet sich. Viele Menschen aus der Umgebung nutzen diese auch, da es nicht zwangsläufig gegeben ist, dass im Zuhause eine Waschmaschine vorhanden ist.

Da es uns an Kleingeld mangelte, sprach uns ein Mann an, ob er helfen könne. Schwups hatten wir Kleingeld für die Waschmaschine. An der Wand Plastikstühle zum Verweilen, Bücher im Regal und an der Wand eine große Landkarte. Diese im Übrigen mit der Betonung auf Neuseeland als Mittelpunkt der Welt. Klar, oder? Nur für uns sehr ungewohnt, da WIR ansonsten gewohnt sind, im Mittelpunkt zu stehen. Die Landkarte ist mit Nadeln derjenigen Herkunftsländer gespickt, aus denen die Besucher*innen des Waschsalons kommen. Wirklich interessant, wer schon alles an diesem kleinen Ort war!

Nebenan ein vegetarisch-veganes Cafè und ein Shop für esoterische Utensilien und Kleidung. An der nächsten Kreuzung die Library (Bücherei), die mit einem großen Aushang in der Eingangstür darauf aufmerksam macht, dass sie freies WIFI für alle zur Verfügung stellt. Der Code zum Einloggen ist selbstverständlich darunter vermerkt 🙂 Um die Ecke ein großer Supermarkt namens Pak’n Save, wo wir uns neugierig in die Produktpalette Neuseelands einfanden und 2 SIM-Karten für die Mobilverbindung erstanden. Die Kassiererin begrüßte uns mit einem Lächeln und sagte: Herzlich willkommen in Neuseeland, ich wünsche Euch eine tolle Zeit!

…und das alles am ersten Tag in Neuseeland auf einer kleinen Einkaufsgasse in einer Kleinstadt in der Bucht des Pazifiks. Mal sehen, was uns noch so alles überraschen wird. Erster Eindruck: Offen und freundlich, die Kiwis.

Mit Marianne hatten wir eine gute Zeit und Gespräche über Leben und Tod (klar, oder?) – es ging auch um Hospiz- und Palliativversorgung (ihrer Familie). Und da Marianne eine feine Strickerin ist, haben wir sogleich 2 tolle Schals aus ihrem Repertoire ausgesucht und erstanden, quasi als Ausgleich zu ihrem Rundherum-Service, den sie uns „Fremden“ bietet. Sie sagte: „Alle Fremden sind auch nur Menschen.“ Danke, was für eine schöne Einstellung. Und so wurden wir in Kürze von Fremden zu Freunden. Wir durften sogar nach Ende des einmonatigen Retreats nochmal bei ihr nächtigen. Da das Wetter einerseits nur Regen an unserem letzten Tag anzeigte und wir auch noch etwas mehr Zeit für die Vorbereitungen der Weiterreise brauchten, fanden wir uns sogar einen Tag eher bei ihr ein als geplant. Während des Retreats schickte Marianne immer wieder gute Gedanken und den Wetterbericht, da es wettertechnisch auch immer mal wieder herausfordernd war. Aber dazu gleich…

Am nächsten Tag holte uns Vijayamuni ab, ein Ordinierter der buddhistischen Triratna-Gemeinschaft, der im Retreatzentrum Sudarshanaloka lebt und sich dort um alles Mögliche kümmert. So eben auch um Retreater*innen. Er fuhr mit uns zunächst in den Supermarkt, wo wir alles für die erste Woche einkaufen sollten.

Unser Helferlein Vijyamuni

Im Anschluss fuhren wir ca. 15 Minuten durch den Ort und dann eine Hügelkette hinauf durch schönsten Regenwald. Verschiedene Baumarten, Palmen, Farne, Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Am Retreathaus angekommen tranken wir zunächst einen Tee, wobei wir mit 2 ordinierten Frauen aus dem Triratna Buddhist Centre in Auckland ins Gespräch kamen und uns bereits für unsere Zeit in Auckland mit ihnen lose verabredeten.

Dann packten wir unser Gepäck in ein altes Allrad-Gefährt um und los ging es, die Schotterstraße bergauf zur Hütte namens „Amida“, in der ich nun 4 Wochen verbringen sollte. Von dem Hauptweg ab wenige Schritte über Gras und einen schmalen Pfad durch Bäume und Palmen hindurch, kam die Hütte inmitten des Regenwalds zum Vorschein. Vogelgezwitscher und unbekannte Gerüche erfüllten die Stille. Der Ausblick von der Terrasse das Tal hinab über Baumkronen auf die Bucht. Ein Meer von Himmel und Wolken im Blick. Vijayamuni erklärte noch die Funktionen von Gasherd und Gasradiator.

Das Plumpsklo mit Western-Saloontüren 10m entfernt gab den Blick auf Flora und Fauna frei 🙂

Stille und Ausblick

Dann fuhren wir 2 Min. weiter zur Hütte „Tara“, in der Sonja ihre Zeit verbringen sollte. Ebenso schnuckelig und etwas neuer als Amida sowie höher in den Hügeln gelegen, ca. 10. Min Fußweg von Amida entfernt. Wir waren sehr erfreut über die ersten Eindrücke und beschlossen, dass jede für sich ihren Tag gestaltet und in Schweigen lebt und wir uns lediglich abends für 1,5-2 Stunden zu kochen und Austausch treffen würden. Retreat eben. Rückzug und Fokus auf den Geist. Jedoch wollten wir die ersten 2 Tage gemeinsam verbringen und die Gegend erkunden. So nahmen wir die handgemalten Landkarten des Geländes unter die Lupe und versuchten, Wege durch den Regenwald zu bahnen.

Spannend und wirklich nicht weit hergeholt, dass man sich schnell verlaufen kann. Obwohl die Routen mit bunten Fähnchen markiert sind und wir Wanderwege finden gewohnt sind, gab es des Öfteren Situationen, in denen wir wirklich verwirrt waren und Zeit brauchten, uns zu orientieren.

Wanderung im Regenwald

Von der Hütte „Tara“ aus sind es ca. nochmal 15 Minuten Fußweg den Berg hinauf zum Stupa, dem Weisheitssymbol des Buddhismus, von wo aus man einen tollen Blick über die Bäume in die Täler und auf das Meer hat. Der Stupa wurde für uns in den 4 Wochen ein Ort, an den wir 1x täglich jeweils unabhängig voneinander pilgerten, um ihn Mantras rezitierend zu umkreisen, inder Sonne zu meditieren, Gymnastik zu machen oder zu reflektieren. Ein sehr gesegneter Ort, der Dhardo Rimpoche, einem spirituellen Lehrer Sangharakshita’s, dem Begründer des Triratna-Ordens gewidmet ist.

Unsere Tagesprogramme wichen natürlich sehr voneinander ab, da jede die eigene Praxis betonte. Dennoch hatte jede für sich fortwährend einen sehr ähnlichen Tagesrythmus. Diese verhilft dem Geist zur Ruhe zu kommen und sich nach innen zu fokussieren. Morgens Meditation und Puja, Frühstück (Porridge) und Haushaltsdinge, Studium buddhistischer Texte, Reflexion, Meditation, kleines Mittagessen (Brot), zwischendurch das Gehen zum Stupa, die mehrmalige Umrundung, Gymnastik und zurück, Meditation, Studium, Reflexion, gemeinsames Kochen, Essen, Abwaschen und Austausch über die Retreat-Themen (außer in den letzten 5 Tagen, die haben wir komplett jeweils allein und schweigend verbracht), Meditation, Reflexion, Puja, schlafen.

Abendsonne auf der Terrasse von “Tara”

Klingt langweilig? War es ganz und gar nicht, jedoch strukturiert und jeden Tag gleiche Rituale und das Fortschreiten in Texten, Gedanken und Erfahrungen. Was sich jedoch permanent veränderte und für viel Abwechslung sorgte: Der Geist, quasi das eigene Innenleben. Wenn man außerhalb kaum Ablenkungen hat (denn das machen wir ja genau deswegen zu gern, um eben NICHT zu sehen, was innen abläuft), dann merkt man erst, was da so los ist. Das Üben buddhistischer, systematischer Methoden und Hilfestellungen verhilft mehr und mehr, DAS im Geist an Sichtweisen, Absichten und Handlungen, was einem selbst und anderen nicht gut tut, zu reduzieren und aufzugeben und das, was gut tut, zu entwickeln. Meditation ist, sich mit eben diesen positiven Geisteshaltungen vertraut zu machen und diese in Achtsamkeit zu halten, sodass man Erfahrung gewinnt und sie in den Alltag tragen und bewahren kann. Das genau trainieren Buddhisten und auch Menschen, die die buddhistischen Methoden für sich nutzen. Alles braucht Übung und klappt nicht von heute auf morgen. Der Weg ist das Ziel, nicht wahr?!

Wir sind Praktikantinnen und zumeist mit Freude dabei. Auch dieser Monat hat wieder gezeigt, wie wichtig solche Auszeiten sind, um sich innerlich auf ein Thema zu fokussieren und es in Meditation zu vertiefen.

Natürlich war hier nicht alles traumhaft schön – nur die Sonnenuntergänge hatten es oft in sich!! Das Wetter war zum Teil echt herausfordernd. Da die Hütten aus leichtem Holz und sehr einfach gebaut sind, spiegelt sich die Außentemperatur mit einem Zeitverzug im Innen wieder. Regnet und stürmt es, wird es auch kalt drinnen. Ich hatte zwar einen kleinen Holzofen, dieser brachte aber nicht allzu viel. Sonja’s Ofen war eigentlich nur zum Erhitzen des Duschwassers gedacht. Sie hatte also immerhin alle paar Tage mal eine heiße Dusche, jedoch keinen wärmenden Ofen in der Hütte. Ich hatte einen doch etwas wärmenden Ofen, jedoch eiskaltes Duschwasser. Die Dusche wurde also selten gesehen 😉

Also haben wir auch mal tageweise gefroren. Da merkt man dann doch auch, wie sehr der eigene Geist vom Wetter abhängig ist und sich sehr vom Außen beeinflussen lässt. Auf einmal nimmt das Thema Wetter und das sich Warmhalten einen überragenden Anteil der Gedanken ein. Nachts habe ich dann – gelernt im Zelt in Tibet – auch mal eine Plastikflasche warmen Wassers mit ins Bett genommen. War es heiß draußen, war es sehr heiß drinnen (was jetzt nicht ganz so schlimm war ;-))

Des Weiteren war es zu Beginn doch gruselig, dass wir des Nachts tierische Geräusche an unseren Hütten, an den Wänden und im Dach hörten, ohne ausmachen zu können, was das ist und ob es gefährlich sein könnte. Nach kurzer Recherche war klar: die sog. Possums haben Neuseeland übervölkert. Sie gehören zur Rasse der Beutelratten, sind ziemlich groß und schwer, was wir regelmäßig bei ihren Absprüngen von Wänden und Dach heraushören konnten. Das PLUMPS des Aufkommens war so laut, dass man unbedingt davon aufwachen musste. Ihren Rhythmus haben wir beide über die Zeit nicht verstehen können, ggf. gibt es auch keinen. Sie sind wohl eigentlich Veganer und leben von Früchten, Pflanzen und Co. Nur kleine Wirbeltierchen mögen sie wohl auch. Klar ist aber auch, dass sie Essen schnuppern und auch gern Plastiktonnen mit ausgewaschenem Plastikmüll anbeißen, weil es einfach zu verlockend ist.

Nach wenigen Tagen hatten wir uns aneinander gewöhnt. Tagsüber schlafen sie und nachts sind sie aktiv auf Nahrungssuche im Regenwald. Irgendwann spät abends ziehen sie los und kommen gegen Morgen „heim“, was bedeutet, dass sie die Außenwände der Hütte hinaufklettern (gern auch mehrere als Familie), um dann irgendeinen undichten Einstieg in den Dachfirst aufzuspüren und sich dort niederzulassen. Was sie da tun, keine Ahnung. Oftmals raschelt es einige Zeit, manchmal ist es ruhig, dann gibt es Klopfgeräusche und nach kurzer oder längerer Zeit entschwinden sie mit ebendiesem lauten PLUMPS in die Nacht und wurden nicht mehr gesehen. Zwischendurch hatten wir auch den Eindruck, dass sie sich gar nicht gezeigt haben. Ggf. haben wir einfach auch nur gut geschlafen und waren mit der Zeit entspannter. Womöglich hatten wir aber auch keine Possums, sondern Ratten im Dach und die Possums selbst haben nur mal zwischendurch auf den Dächern gespielt. Wer weiß. Aufregend war es in jedem Fall.

Das Stille Örtchen von “Tara” so idyllisch verhangen…

Was tierische Mitbewohner*innen angeht, können an dieser Stelle noch Ameisen, Käfer, Fliegen, Mücken…sowie Spinnen genannt werden, die es ja auch gern kuschelig und wohlig in einer Hütte haben mögen. Ich weiß nicht, wieviele ich davon hinausgetragen habe. Die Brummer fanden das Spiel besonders toll. Morgens bei Türöffnung hinein in die Bude und herumschwirren wie verrückt. Dann einfangen und hinaustragen lassen, nur, um den nächsten Versuch wieder aufzunehmen…

Ansonsten sind wir ja zum Glück weder in Australien noch in Ecuador, wo die giftigsten Spinnen, Krokodile, Kormorane oder auch Kängurus zum Frühstück auftauchen könnten…

Aus dem eigenen Geist tritt ja allerhand zutage, wenn man so mit sich allein im schweigen ist, sich nicht ablenken kann und will (könnte man natürlich überall mit Handy oder ablenkenden Gedanken) und sich womöglich noch – so wie wir – mit buddhistischen Texten zu einem besonderenThema beschäftigt. Natürlich gibt es da auch viel Schönes und Gutes und darüber freut man sich. Was uns aber im Allgemeinen alle immer stört und was wir nicht haben möchten ist das, was nervt, was unruhig, unglücklich, traurig, wütend etc. macht. Im Grunde all das, was mit negativen Gefühlen verknüpft ist. Auf Buddhistisch nennt man das, was da im Geist auftritt, Verblendungen. Darunter sind alle Geistesarten zusammengefasst, die zu Leid führen. Da Gefühle im Geist entstehen (Ich freue mich; ich bin unglücklich), braucht es Methoden in der Anwendung, die die Ursachen der negativen Gefühle vermindern und beseitigen und eben Geistesarten vermehren, die zu guten Gefühlen führen. Das ist das Training, was in Meditation passiert und dann den Alltag positiv beeinflusst, was wiederum auf die Meditation positiv wirkt usw.

Jeden Montagnachmittag haben Sonja und ich jeweils eine Liste von Nahrungsmitteln erstellt und in eine Box an dem Hauptweg außerhalb der Hütten gelegt. Vijayamuni hat diese dann an sich genommen, für uns eingekauft und die Sachen anschließend in der Box der jeweiligen Hütte verstaut. So brauchten wir keine Gespräche und konnten in Ruhe alles herausnehmen, wann es passte. Wir waren doch sehr erstaunt, wie kreativ wir mit wenig kochen konnten. Der erste Einkauf war noch ziemlich groß, aber je fortgeschrittener Woche benötigten wir immer weniger. Am letzten Abend trafen wir uns nach 5 Tagen kompletter Schweigezeit bei mir zum letzten Abendmahl. Schön war’s, und wir wurden tatsächlich mit einem ganz besonders schönen, roten Sonnenuntergang belohnt. Am nächsten Tag wurden wir wieder zu Marianne gebracht, wo wir noch 2 Nächte verbrachten, bevor wir unsere kleine Campervanin (Wir haben sie Kiwi Wonder genannt) in Auckland abholten und zu einer 4-wöchigen Fahrt durchs Land aufbrechen sollten.

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2 Kommentare

  1. Liebe Katrin. Ich freue mich immer sehr, wenn ich die Berichte von Dir lese. Als ich deine Erfahrungen über das Retreat in Neuseeland las, hatte ich zwei Gedanken: Das ist ja wunderbar. Das kann hammerhart sein und man braucht viel Mut und Vertrauen. Die Reise zum Ich ist wohl die aufregendste.
    Bei der weiteren irdischen Reise durch Neuseeland noch viel Spaß. Jürgen

    1. Lieber Jürgen, das freut mich sehr, dass Du davon zehren kannst. Dann macht es noch mehr Freude zu schreiben, wenn Menschen wie Du sich daran erfreuen 🙂 Bis bald zum Wiedersehen

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