Manchester

Bereits schon etwas her, aber dennoch für uns von Bedeutung, ist der eine Tag bzw. die eine Nacht, die wir Ende August 2018 in Manchester/England verbringen durften.

Wir reisten beide nach 2 intensiven Wochen, die wir in unterschiedlichen buddhistischen Zentren im ländlichen Raum verbracht hatten, über verschiedene Orte und mehrmaliges Umsteigen per Zug in diese spannende Stadt.

Vorab gesagt hatte ich eigentlich gar keine Erwartung an Manchester. Verbunden mit der Erinnerung an eine Kommilitonin meines Studiengangs in Internationalem Informationsmanagement, die tatsächlich ein halbes Jahr im Jahr 2001 dort als Studentin verbrachte, kamen mir bei dem Gedanken an Manchester nur Assoziationen, wie: grau, Industrie, steril, tot, kurzum – laaangweeeilig. Daher war ich damals lieber nach Dublin gegangen 😉

Da ich also nichts erwartete, und es nun einmal passte, dass wir uns dort trafen, um am Folgetag gemeinsam nach Berlin zurückzufliegen, war die Überraschung umso größer, als uns Folgendes dort erwartete:

  1. Sonnenschein – und das in England! Nein, Spaß beiseite. In England regnet es ohnehin nicht immer, und es gibt sogar viel Sonne, das durfte ich schon des Öfteren miterleben. Der angenehme Sonnenschein und sommerliche Temperaturen bereiteten uns ein wunderbares Willkommen und Wiedersehen.
  2. Unterkunft: Über Booking.com hatte ich recht spontan und lediglich aufgrund von Preisniveau, zentraler Lage und angegebener Referenzen das Ibis Budget Style gebucht. Wir waren sehr erfreut über das Preisleistungs-Verhältnis! Kleines Zimmer, sauber und schön eingerichtet mit allem, was es braucht.Modern und künstlerisch gestaltet und von Menschen aller Altersklassen besucht. Das Frühstück im schick und gemütlich gestalteten Frühstücksraum inklusive, und mit einer guten Auswahl bestückt.
  3. Veganes Café: Nachdem wir zunächst bei Kaffee und Kuchen unsere Erlebnisse und Erfahrungen der 2-wöchigen Aufenthalte ausgetauscht und uns daran erfreut hatten, solch eine Möglichkeit bekommen zu haben, mit buddhistischer Gemeinschaft zu leben, unsere Zeit und Energie in Form von Arbeitskraft und Sein einzubringen und Inspiration zu erhalten, ging es daran, die Stadt zu erkunden.
  4. Buddhist Centres: Unglaublich aber wahr: Das Triratna Buddhist Centre war tatsächlich aus der Hoteltür rechts die Straße runter nur 10 Min. Fußweg entfernt. Wir nahmen dies sogleich unter die Lupe und wurden herzlich in dem alten Haus empfangen. Ein liebevoll gestalteter Buchladen/Shop sowie ein Café laden zum Verweilen ein.Wir kamen mit einer frischordinierten Frau (bei Triratna tragen die Ordinierten keine Roben, deswegen ist Ihre Ordination nicht direkt zu erkennen), ins Gespräch und wurden dann durch die Räumlichkeiten die Treppen hinauf geführt.Auf der ersten Etage befindet sich eine Art Ausstellung von Bildern über die mühsame und langwierige Sanierung des Hauses bereits Ender der 70er Jahre sowie Fotos verschiedener Situationen und Etappen aus dem Leben von Bhante Sangharakshita. Ein Brite, der gerade vor 2 Wochen im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Er war als junger Soldat nach Indien gelangt, hat sich dort dem Theravada- und später auch dem tibetischen Buddhismus angenähert und wurde als Mönch ordiniert. Ende der 70er Jahre ist er nach England zurückgekehrt und hat dort den westlichen buddhistischen Orden WBO – heute Triratna – begründet. Auf der obersten und dritten Etage ist der große Schreinraum zu finden. Hier durften wir ein paar Minuten verweilen, denn einige Personen waren gerade mittendrin, den Raum für die offizielle Willkommenszeremonie der Frischordinierten vorzubereiten, die am Abend stattfinden sollte.Lustigerweise traf Sonja auch eine Sanghafreundin wieder, die sie im Retreat in England ein Jahr zuvor kennengelernt hatte.Kurz darauf schaute ich in die Karte und stellte fest, dass das Kadampa Meditation Centre Manchester auch nicht sehr weit entfernt sein konnte. Schlussendlich ebenfalls 10 Min. Fussweg, nur links aus der Hoteltür raus 😉 Auch dort statteten wir einen Besuch ab und lernten die Zentrumslehrerin Llachog und die Administratorin Phachog kennen. Wir bewunderten das offensichtlich recht neu eröffnete Zentrum und erfuhren, dass die 2 sich in Berlin Anreize geholt hatten. So also kein Wunder, dass durchaus Ähnlichkeiten in Einrichtung und Ausstattung bestehen!Da wir zur rechten Zeit kamen, hatten wir die Möglichkeit, an einer geleiteten Meditation teilzunehmen.
  5. Architektur: Schließlich ließen wir uns durch die Innenstadt treiben und die Atmosphäre auf uns wirken. Die Bevölkerung und sicherlich so einige Gäste genossen den lauen Sommerabend am Brunnen und in Parks. Einige Marktstände boten wundersame und lecker ausschauende Speisen und Getränke an.Hier viel vegan, bio, fairtrade, handgemacht. Ein Brownie-Stand hatte zum Abend ein unschlagbares Angebot: frische Brownies in Übergrößen in allerhand Geschmacksrichtungen zum reduzierten Preis. Auch ohne Rabatt hätte ich nicht NEIN sagen können 😉 Die Straßenzüge um die Innenstadt gaben erstaunliche Überraschungen Preis.Eine Vielfalt an Architektur war zu bestaunen:
  • Eine alte Markthalle, die unter Denkmalschutz stehend, mit ihren Mauern, Eingangstoren und alten Bäumen eine neue und moderne Wohnanlage umgibt
  • Verschiedene, sehr gemütlich ausschauende Pubs, wo offensichtlich das Leben in vollem Gange war: Live-Musik, Karaoke, Türen und Fenster auf, Singen und Tanzen drinnen und draußen
  • Ein alter Teil der Innenstadt mit kleinen Holzhäusern, in denen Pubs und Restaurants zum Verweilen einladen
  • Ein sehr modernes Fußballmuseum in besonderer Form gestaltet
  • China-Town: Eine kleine Gasse mit chinesischen Restaurants und Läden
  • Das riesige und imposante Rathaus aus viktorianischen Zeiten und voller Blumendekoration. Davor ein Platz mit Bänken, Springbrunnen und weiteren Grünpflanzen

6. Vielfalt gewünscht: Scheinbar lag der Zeitpunkt unseres Besuches vor einem besonderen Event, das der Vielfalt der Geschlechter in der Stadt gewidmet wurde. An Läden, Pubs und sogar Banken waren bunte Bekenntnisse der Offenheit zu bemerken zu dem Motto „Manchester PRIDE #OpenMyWorld. Sogar Zebrastreifen waren in Regenbogenfarben getüncht. Leider hatten wir nicht mal einen Tag lang Zeit – dieser reichte jedoch für einen guten Eindruck und dafür, die Sichtweise über Manchester zu revidieren. Wer also mal in die Gegend kommt – Manchester lohnt sich

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.