Schottisch?!

It’s a braw, bricht, moonlicht nicht t’nicht.

bedeutet:

Es ist eine schöne, helle, vom Mond erleuchtete Nacht heute Nacht.

Schottisch – eine Sprache oder ein Dialekt?

Da scheiden sich die Geister.

Ich konnte im Kontakt mit “Schotten” nicht das Schottische der Sprache ausmachen. Manche, mit denen ich mich unterhielt, sprachen in meinen Ohren klares Englisch, manche etwas, das eher angenehm jedoch fremdartig klang und mich rein gar nichts verstehen ließ, und wiederum andere klangen eher Norwegisch, aus dem ich dann einzelne englische Worte heraus zu hören vermochte.

Was ist nun “schottisch” im Sinne der Sprache?

Dazu habe ich etwas Aufklärung finden können:

Heutzutage ist die am meisten gesprochene Sprache in Schottland Englisch oder schottisches Englisch. Es ist umstritten, ob schottisches Englisch bloß ein Dialekt des Englischen ist oder eine eigenständige Sprache. Englisch und schottisches Englisch wird zusammen von ungefähr 99 % der schottischen Bevölkerung gesprochen. 30 % der Bevölkerung sind in der Lage, Schottisch zu sprechen und nur 1 % spricht schottisches Gälisch. Schottisch und schottisches Gälisch werden noch weitteilig auf einigen Inseln gesprochen, wie z.B. den Äußeren Hebriden, in Teilen der Inneren Hebriden sowie in den Highlands.

Schottland beheimatet eine große Vielfalt an Dialekten und Personen aus verschiedenen geographischen Orten können sich sehr unterschiedlich anhören. Schottisches Standard Englisch ist das Ergebnis des Sprachkontakts zwischen Schottisch und Standard Englisch nach dem 17. Jahrhundert.

(Quelle: https://www.lingoda.com/de/blog/schottisches-englisch)

Kein Wunder also, diese Verwirrung: Englisch, schottisches  Englisch, schottisches Gälisch – all das existiert parallel und dazu in verschiedensten Ausprägungen in Form von Dialekten. Wirklich spannend und für mich immer wieder ähnlich überraschend im Kontakt wie zu meiner Zeit in Irland.

Anbei ein paar aktuelle und sehr unterschiedliche Beispiele der Kommunikation im Hinblick auf eine unterschwellige und positiv unterstellte Freundlichkeit in Worten, die oftmals mit klingt. “Oftmals” sage ich deswegen, weil ich – wenn auch eher die Ausnahme – auch anderes erlebt habe. Dies gleich.

Zunächst eines der vielen schönen Beispiele, was nicht für die Schotten im Speziellen, sondern eher auf die Briten im Allgemeinen zu beziehen ist, zu denen die Bewohner*innen Schottlands nunmal gehören:

Wir sitzen im Zug mit Virgintrains von Ulverston im Norden Englands in Richtung Edinburgh in Schottland. Nach einiger Zeit die Durchsage einer angenehm-freundlichen Männerstimme über Lautsprecher – in etwa so:

Hallo Ihr Lieben, mein Name ist John, ich bin der zuständige Zugbegleiter. Leider habe ich es bisher nicht geschafft, durch den Zug zu gehen und Euch zu sehen; ich hatte zu viel anderes zu tun. Nun werde ich mich aber gleich auf den Weg durch den Zug machen, nicht um Eure Tickets zu kontrollieren, sondern um herauszufinden, wie es Euch geht und was Ihr braucht.

Und nun stelle man sich das bei der Deutschen Bahn vor! Sänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn.

Die zweite Durchsage John’s handelte von Toilettenpapier. Genau richtig gehört – KLOPAPIER über Lautsprecher 😉 Dies ging so:

Hi, ich bin’s wieder, John. Könnte einer von Euch, David oder Brian (Anm.: Im Zug ist Reinigungspersonal anwesend, dass z. B. hier und da putzt oder Müll einsammelt) bitte ein paar Rollen Klopapier in Wagen G bringen, wir haben keines mehr. Danke!

Herzerfrischend natürlich!

Eher irritierend empfand ich die Ansprache mit “Darling” in Service-Kontexten. Sei es, um nach einem Ticket zu fragen oder festzustellen, von welchem Ort der Bus abfährt. Sätze starteten mehrmals mit “Darling,…”, womit eine nicht vorhandene Intimität impliziert wird, die jedoch nicht gemeint, sondern als Routinefloskel in rauen Mengen verteilt wird.

Des Weiteren: Das Partyvolk, eine Runde von Männern zwischen Anfang 20 und Mitte 40 und alle in roten T-Shirts, stiegen (leider) mit uns in Wagen “(J)uliette” des Zuges von Edinburgh zurück Richtung England. Schlimm waren nicht die Männer, sondern die Lautstärke, in der sie parlierten und die mit jeder geöffneten Bierdose zunahm. Spannend das schottische Englisch, das englische Schottisch, das schottische Gälisch oder wie auch immer sie sich äusserten. Lediglich die Lautstärke und mit dem Hinhören das so sehr Vulgäre, was heraus klang, strengten uns und andere im Wagen ziemlich an. Doch auch wenn das Bier in Massen floß und sie uns und sich gegenseitig das WC blockierten, so blieb der freundliche Umgangston.

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.