Everybody welcome! Buddhistisches Sommerfestival 2018

Jedes Jahr wieder findet das Sommerfestival der Neuen Kadampa Tradition in England im Lake District, Cumbria, statt. Buddhisten und buddhistisch interessierte Menschen aus aller Welt kommen dort zusammen, um gemeinsam zu meditieren, buddhistische Unterweisungen zu hören, darüber zu sprechen und Erkenntnisse und Erfahrung mit nach Hause zu nehmen und im Alltag umzusetzen. Freund*innen von fern und nah treffen sich, neue Freundschaften entstehen.

Es ist ein besonderer Ort, das Manjushri Kadampa Meditation Centre, an dem wir bereits mehrmals waren und auch dieses Jahr wieder eine tolle Zeit hatten.

Ein traditionell englisches Anwesen mit verwinkelten Häusern im Stile Harry Potter’s, umgeben von Wald mit uralten Bäumen und saftig grünen Wiesen, auf denen Kühe und Pferde weiden, empfängt die Besucher*innen zumeist mit sommerlichen Temperaturen zwischen 15-22 Grad und mal mehr und mal weniger starken Regengüssen. Sehr besonders in diesem Jahr, zumindest in der 2. Woche, in der wir vor Ort waren: es hat NICHT geregnet!! Unglaublich und für uns ein Ereignis an diesem Ort. Stattdessen haben wir einen wunderbaren Sonnenbrand bekommen, den wir nun in Schottland im Regen auskurieren können.

Der Morecambe Bay, eine Bucht der Irischen See, ist durch den (Ur-)Wald, in dem wir und viele andere Camper in ihren Zelten nächtigen, fussläufig zu erreichen und bildet eine Oase der Stille und Weite. Ebbe und Flut wechseln sich ab; Spaziergänge den Strand entlang über Hügel und durch Wald und Wiese sind ebenso liebgewonnene Aktivitäten in den Meditationspausen, wie gemeinsames Teetrinken oder Gespräche auf den Rasenflächen und in den Cafés.

Ca. 3.500 Personen waren in diesem Sommer wieder da – ordinierte Nonnen und Mönche und sogenannte Laien-Praktizierende – Frauen, Männer, Kinder. Ja, ganze Familien freuen sich jedes Jahr wieder darauf, Ihren Familienurlaub dort zu verbringen. Und dies ist so gar nicht erstaunlich: Gibt es doch während des gesamten 2-wöchigen Festivals ein buntes Kinderprogramm – von Theaterspielen über Basteln zu sportlichen Aktivitäten, Singen und Waldspielen. So haben Kinder und Jugendliche einen tollen Urlaub mit gemeinsamen Spielen in internationaler Gemeinschaft, und die Eltern können währenddessen im modernen Tempel an den Meditationen und Unterweisungen teilnehmen.

Jedes Jahr wieder bin ich erstaunt, wie es möglich ist, mit den äußeren Gegebenheiten, die nun einmal in dem Areal vorhanden sind, so viele Menschen mit 3 gesunden und leckeren vegetarisch/veganen Mahlzeiten am Tag zu erfreuen, alle für die Nacht unterzubringen, Sanitäranlagen, Sicherheit und alles, was es logistisch und organisatorisch braucht, heranzuschaffen und vorzuhalten. Wahrlich das faszinierende Resultat eines Zusammenspiels aus tiefem Vertrauen, eigener buddhistischer Praxis, langjähriger Erfahrung in der Durchführung dieser Festivals und insbesondere vielen Menschen mit einem großen Herz, die sich lange vorher, währenddessen und hinterher um alle unsere Anliegen kümmern.

Dass dann noch alle, die das Festival besuchen, ihren Teil zum Gelingen beitragen, ist deutlich spürbar. Einige reisen extra eher an, um freiwillig Zelte aufzubauen, Zimmer vorzubereiten, zu putzen oder Kabel für die Übersetzungsplätze in 11 Sprachen zu verlegen, oder sie bleiben länger, um hinterher wieder mit abzubauen. Viele engagieren sich während des Festivals in kleineren oder größeren Jobs – von Gemüseschnippeln im Schichtsystem und Abwaschen (Riesentöpfe und -pfannen!), über Ausschank an der Health/Juice Bar und Putzteams, zu Einweiserdiensten am Tempel oder Übersetzungsdiensten. 

Die Meditationen, Gebete, buddhistischen Unterweisungen sowie die Umsetzung dessen im Alltag, zeigen in wunderbarer Art und Weise, wie Weltfrieden gelingen kann. Wenn Menschen unterschiedlicher Kultur, Sprache und Wesenszüge in verregneten Verhältnissen und oftmals frierend, in Zelten im Wald (bis zu 500m weg vom WC), permanent in Schlangen stehend zu Klo und Dusche, dennoch einen ruhigen, friedvollen und gütigen Geist bewahren können, muss Glück und Friede wohl doch im Inneren liegen!?!

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